Aprilgedicht — Eine Skizze von 1989

Eine frühe Zeichnung aus Smolensk von 1988, verbunden mit dem Aprilgedicht vom 20.4.1989 — eine Erinnerung an Aufbruch, Sehnsucht, Wut und die fragile Bildsprache der späten 1980er Jahre.

Eine Zeichnung aus Smolensk 1988 und ein Aprilgedicht von 1989, entstanden in einer Zeit des Übergangs, zwischen Wut, Sehnsucht und vorsichtigem Aufbruch.

Zeichnung von Natasha in Smolensk, 1988, von Hans Heiner Buhr, sitzende Figur mit Hut in schneller Linienführung.
Natasha, Smolensk, 1988. Zeichnung von Hans Heiner Buhr.

Aprilgedicht

Melodie der Wut, die Luft durchbrandet.
Wollen wir gehen?
Kinderträume leichthin tanzen,
Ein leises Klopfen mutig hinter der Holztür steht.

Du sagst April, doch die Sinne schließen aus,
Schwarzrote Schatten.
Sieben Bäume, und dies Blau.
Warmes Licht. Kälte weht voraus.

Sag ihm schon, Aprilgesicht,
Woher diese Sehnsucht?
Abends, morgens, nachtlos spielen meine Lieder.
Meinst du denn, sie hat ihn nie gewollt?

20.4.1989

Die Skizze von Natasha zeigt eine schnelle Idee für ein Bild in Farbe. Mich beeindruckte der Kontrast zwischen dunklem Pelzmantel, rotem Pullover, blondem Haar und dem roten Barett. Entstanden im Dezember 1988 in Smolensk.