Meir taucht wieder auf

Ein wiederentdecktes Gemälde öffnet eine Tür in die Dresdner Nachwendezeit: 1990 malte Hans Heiner Buhr das Porträt Meir als Teil eines Triptychons, um sein Studium an der Gerrit Rietveld Academie in Amsterdam zu finanzieren. 36 Jahre später taucht das Bild unerwartet auf einer Auktion wieder auf.

Die Geschichte eines Bildes aus Dresden 1990

Vor einigen Tagen zeigte mir der junge georgische Kurator Tsotne Tserava auf seinem Handy ein Bild. Tsotne ist Deputy Director von Atinati in Tbilissi, und er verfolgt offenbar sehr aufmerksam, wo international Kunst mit Bezügen zu Georgien oder Tbilissi auftaucht. Er meinte beiläufig, er habe kürzlich ein Gemälde von mir auf einer Auktion gesehen.

Ich sagte zuerst, das könne eigentlich nicht sein.

Dann zeigte er mir die Seite von Drouot.

Gemälde Meir Mendelssohn von Hans Heiner Buhr, Öl auf Leinwand, Dresden 1990
Hans Heiner Buhr, Meir, 1990, Öl auf Leinwand, 117 × 41 cm. Mittelteil eines ursprünglich dreiteiligen Triptychons.

Und da war es: ein schmales, hochformatiges Bild, Öl auf Leinwand, eine stehende Figur, rotes Oberteil, dunkle Hose, eine Art maskenhaftes Gesicht, ein Ausdruck zwischen Müdigkeit, Witz und Selbstbehauptung. Ich erkannte es sofort, obwohl ich es seit Jahrzehnten nicht mehr gesehen hatte.

Mein erster Gedanke war schlicht:
Oh, mein Bild.

Dann kam der zweite Gedanke:
Das ist Meir.

Das Auktionshaus hatte das Bild als „MÜR“ gelesen und auf 1980 datiert. Ich verstand sofort, was passiert war. Meine Handschrift auf der Rückseite war wohl falsch entziffert worden. Der Titel lautet nicht „MÜR“, sondern „Meir“. Und das Bild entstand nicht 1980, sondern 1990.

Screenshot der Drouot-Auktion mit dem Gemälde Meir von Hans Heiner Buhr, falsch betitelt als MÜR
Screenshot der Drouot-Auktion: Das Gemälde Meir tauchte dort falsch betitelt als „MÜR“ und falsch datiert auf 1980 wieder auf.

Laut Auktion misst die Leinwand 117 × 41 cm, mit Rahmen 121 × 45 cm. Öl auf Leinwand. Ein schmales Bild, fast wie ein Fragment. Aber für mich öffnete sich mit diesem Fragment plötzlich eine ganze Zeit.

Denn dieses Bild ist nicht irgendein frühes Werk. Es ist der Mittelteil eines Triptychons. Es entstand in Dresden im Jahr 1990, in einer Mansardenwohnung unter dem Dach, in der Otto-Buchwitz-Straße 24, wo ich damals mit Alexander Holschke wohnte. Ich malte es in zwei oder drei Tagen, zusammen mit zwei weiteren Bildern: den beiden Töchtern von Meir Mendelssohn, jeweils mit einem ihrer weißen polnischen Hütehunde. Diese Hunde hatten langes Fell, das ihnen weit ins Gesicht hing und fast die Augen bedeckte. Die Mädchen waren auf den Seitenteilen teilweise von den Hunden verdeckt. Ich erinnere mich an eine leicht expressive Atmosphäre, vielleicht blaue Kleider, aber sicher bin ich nicht mehr.

Von den Seitenteilen habe ich keine Fotos. Nur Erinnerungen.

Das wiederaufgetauchte Bild zeigt Meir Mendelssohn.

Soweit ich weiß, könnte es überhaupt das einzige Gemälde sein, das ihn zeigt.

Dresden, Herbst 1989

Ich lernte Meir im Herbst 1989 kennen, über den Künstler und Galeristen Holger John. Der Ort war die „Planwirtschaft“, eine der neuen Szenekneipen in Dresden. Es gab damals drei oder vier solcher Orte, die plötzlich auftauchten und sofort voll waren: laut, chaotisch, überfüllt, voller Gespräche, Alkohol, Frauen, Rauch, Hoffnungen, Gerüchte und Pläne. Die „Bronx“ gehörte auch dazu, und die “100”.

Die „Planwirtschaft“ war natürlich schon dem Namen nach ein perfekter Ort für diese Zeit. Draußen zerfiel die reale Planwirtschaft, drinnen wurde getrunken, geflirtet, gestritten und über die Wende diskutiert. Alles war offen. Niemand wusste, was kommen würde. Aber alle spürten, dass etwas geschehen war, das sich nicht mehr zurückdrehen ließ.

In diese Atmosphäre kam Meir.

Er war ein israelisch-deutscher Geschäftsmann aus Düsseldorf, spontan, witzig, neugierig, laut, offen, manchmal verrückt, immer im Mittelpunkt. Er hatte für unsere damaligen Verhältnisse viel Geld und bewegte sich im Osten wie ein Haifisch im Friedfischbecken. Das klingt hart, aber es beschreibt die Situation sehr gut. Viele von uns waren jung, hungrig, neugierig, unsicher, arm. Er kam aus dem Westen, kannte Geschäfte, Autos, Geld, Auftritt, Kleidung, Restaurants, Verhandlungen. Er wusste, wie man Räume besetzt.

Zugleich war er nicht einfach nur ein Geschäftsmann. Er hatte etwas Magnetisches. Man könnte fast sagen, er verfügte über magische Kräfte. Er zog Leute an. Er war großzügig, wenn er es sein wollte, und warf mit Geld um sich. Er erzählte, plante, verhandelte, versprach, erfand. Er konnte in einem Moment wie ein Mäzen wirken, im nächsten wie ein Trickster, dann wieder wie ein Clown, ein Hochstapler, ein Abenteurer oder ein enttäuschter Künstler.

Er war alles zugleich.

Frühstück bei Meir

Meir wohnte damals in einer herrschaftlichen, bourgeoisen Mietwohnung in der Bautzner Straße 17. Dort hielt er regelmäßig lange Frühstücke ab, an einem großen runden Tisch. Es gab Sekt, Wein, Brötchen, teuren Schinken, Käse, Obst, Pistazien und andere Dinge, die für junge Künstler und Studenten in Dresden damals keineswegs selbstverständlich waren. Wer hungrig war und zu seinem Kreis gehörte, konnte kommen.

Meistens saßen mindestens fünf bis acht junge Künstler mit am Tisch. Oft waren Holger John, Catrin Große und andere junge Künstler aus dem Dresdner Umfeld dabei. Die Runden waren schwer zu beschreiben: Salon, Zirkus, Hofstaat — alles traf zu. Es wurde gegessen, getrunken, gelacht, gestritten, phantasiert. Neue Kunstaktionen, Ausstellungen, Partys und Geschäftsideen wurden entworfen. Manchmal war es großartig, manchmal lächerlich, manchmal gefährlich, manchmal alles auf einmal.

Meir scharte junge Künstler um sich. Aber diese Künstler veränderten auch ihn. Er kam zunächst als Geschäftsmann, Kneipier, Glücksritter, Mäzen. Doch im Kontakt mit der Dresdner Kunstszene begann er selbst, sich neu zu erfinden. Aus dem Geschäftsmann wurde jemand, der Kunst nicht nur kaufen, sondern selbst „studieren“ wollte. Später wurde er sogar Meisterschüler bei Gerhard Kettner. Sicher half dabei auch, dass er Bilder von Johannes Heisig, Hubertus Giebe und wohl auch Kettner erworben hatte. 1991 ließ er seine Frau von Siegfried Klotz malen. Meir filmte die Wendezeit und seine Erlebnisse mit den Künstlern in Dresden mit einer kleinen Videokamera. Meir wollte nicht bloß besitzen. Er wollte dazugehören. Er wollte selbst Teil dieser Welt werden, vielleicht sogar von ihr verwandelt werden.

Und wir? Wir waren junge ostdeutsche Künstler in einem Moment, in dem alles auseinanderfiel und alles möglich schien. Wir waren empfänglich für solche Figuren. Meir brachte Geld, Essen, Alkohol, Kontakte und Erzählungen. Er brachte den Westen an den Frühstückstisch. Aber er brachte auch Unruhe.

Hans Heiner Buhr 1990 in Dresden an einem Tisch vor der Villa Marie
Hans Heiner Buhr in Dresden, 1990, im Umfeld der frühen Nachwendezeit.

Der Sprung nach Amsterdam

Ich war 1990 fünfundzwanzig Jahre alt. Ich hatte mein Abitur gemacht, achtzehn Monate Armee hinter mir und stand kurz davor, mein Studium in Dresden abzuschließen: Kunsterziehung und Russische Sprache, Lehrer für zwei Fächer. Im Dezember 1990 schloss ich das Studium ab.

Das war eigentlich eine geplante Laufbahn. Ein DDR-Weg. Nicht schlecht, nicht wertlos, aber vorgezeichnet.

Den Osten kannte ich gut. Ich hatte Teilstudien in Smolensk und Kiew absolviert, sechs Monate und einen Monat. Russland, Ukraine, sowjetischer Alltag, Sprache, Landschaften, Mentalitäten — das war mir nicht fremd. Aber nun wollte ich in eine andere Richtung. Ich wollte Kunst. Nicht Kunsterziehung. Nicht Lehrerberuf. Nicht die geplante Laufbahn. Ich wollte freie Malerei.

Ich hatte mich an der Gerrit Rietveld Academie in Amsterdam beworben und war angenommen worden.

Das war ein riesiger Schritt. Amsterdam bedeutete für mich nicht nur eine Kunstakademie. Es bedeutete Holland und Amsterdam, unweit von Paris und London, den “echten Westen”. Es bedeutete Freiheit, Malerei, ein anderes System, eine andere Luft. Es bedeutete, den Beruf des Lehrers hinter mir zu lassen und das Risiko der Kunst anzunehmen.

Aber es gab ein Problem.

Die Studiengebühren für das erste Jahr an der Rietveld in Amsterdam betrugen knapp 2.000 D-Mark. Ich hatte nur 190 D-Mark Stipendium im Monat. Meine Eltern gaben mir zusätzlich 200 D-Mark. Nach der Währungsreform war das Leben in Dresden schlagartig teuer geworden. Im äußersten Notfall hätten meine Eltern mir die 2.000 D-Mark vielleicht gegeben, aber ich wollte das alleine schaffen. Außerdem hatten sie selbst in dieser Wendezeit nicht viel Geld.

Also fehlten mir 2.000 D-Mark.

Der Deal

Irgendwann nahm ich meinen Mut zusammen und schlug Meir ein Treffen vor. Wir saßen auf der Terrasse eines Cafés. Ich erklärte ihm meine Lage: Ich war in Amsterdam angenommen, musste aber die Studiengebühren vorab bezahlen, um mich immatrikulieren zu können.

Dann schlug ich ihm einen Deal vor.

Detail aus dem Gemälde Meir Mendelssohn mit gefalteten Händen und Glas
Detail aus Meir, 1990 — Hände, Glas und Körperhaltung.

Ich würde ein Triptychon von ihm malen, und dafür gäbe er mir 2.000 D-Mark.

Meir ging darauf ein. Aber natürlich verhandelte er sofort. Er sagte, für 2.000 D-Mark bekäme er nicht drei Bilder, sondern vier. Das vierte Bild könne er sich irgendwann später in der Zukunft aussuchen.

Das war typisch Meir: großzügig und geschäftstüchtig zugleich. Er half mir, aber er ließ die Rechnung nicht offen. Er dachte weiter. Er sicherte sich etwas für später.

Für mich war es trotzdem eine Rettung. Mit diesem Geld konnte ich die Studiengebühren bezahlen. Amsterdam wurde möglich.

Also malte ich die drei Bilder.

In unserer Mansardenwohnung in der Otto-Buchwitz-Straße 24, unter dem Dach, entstanden in wenigen Tagen Meir und die beiden Seitenteile mit seinen Töchtern und den weißen Hütehunden. Vielleicht war die Geschwindigkeit wichtig. Vielleicht lag in der Dringlichkeit eine Energie, die man heute noch in dem Bild spürt. Es war kein akademisches Auftragsbild, kein langsames Porträt nach allen Regeln. Es war ein Bild aus Druck, Nähe, Beobachtung, Dankbarkeit, Misstrauen und Aufbruch.

Nach dem Trocknen der Farbe, etwa zehn Tage später, brachte ich die Bilder zu Meir in seine Wohnung auf der Bautzner Straße 17. Ich hatte sie auch selbst gerahmt.

Meir reagierte zurückhaltend. Vielleicht waren die Bilder zu direkt.

Er hatte ein sehr gutes Gedächtnis. Später erinnerte er mich gelegentlich an das vierte Bild. Er wollte es sich aber erst aussuchen, wenn ich „berühmt“ geworden sei. Auch das war typisch Meir: halb Scherz, halb Vertrag, halb Prophezeiung.

Amsterdam, Telefonate, Berlin

Im Januar 1991 ging ich nach Amsterdam. Ich studierte Malerei an der Gerrit Rietveld Academie. Das war wirklich ein anderes Leben. Der Kontakt zu Meir brach nicht sofort ab. Wir telefonierten unregelmäßig. Meine Mitbewohnerin in einer kleinen WG war eine israelische Kunststudentin aus Tel Aviv, Tamar Shavit. Auch Meir kam aus Tel Aviv. Ich machte die beiden telefonisch miteinander bekannt. Über solche zufälligen Verbindungen blieb Meir manchmal in meinem Leben präsent, auch wenn ich längst in einer anderen Stadt und einer anderen Welt war.

Meir Mendelssohn mit Glas in der Hand, Screenshot aus einem Video
Meir Mendelssohn in einem Video-Still — zwischen Toast, Auftritt und Selbstinszenierung.

Hin und wieder war ich in Dresden oder Berlin. 1994 und 1995 war Meir dann oft in Berlin. In Dresden kam er offenbar nicht mehr richtig weiter und suchte neue Möglichkeiten. Er machte wieder Geschäfte, und ich begleitete ihn häufig. Eine Zeitlang arbeitete ich sogar als Fahrer für ihn in seinem BMW 525. Meine Ortskenntnis von Berlin war ihm nützlich.

Diese Zeit war absurd, komisch und lehrreich. Ich lernte von ihm viel über westliche Geschäftspraktiken: Kleidung, Auftreten, Verhandeln, Körpersprache, Restaurants, Bars, Autos, die kleinen Rituale des Geschäfts. Tagsüber waren wir unterwegs, manchmal wegen Immobilien oder Ladenmietern, manchmal wegen anderer Projekte. Abends saßen wir in Bars in Ost und West. Mit Meir war es fast immer amüsant. Man wusste nie genau, was als Nächstes passieren würde.

Einmal, als wir völlig abgebrannt waren, gewannen wir sogar im Lotto. Ein Vierer, ungefähr 1.000 D-Mark. Es passte zu ihm. Kleine Katastrophen und plötzliche Rettungen lagen bei Meir immer dicht beieinander.

Im August 1996 ging ich nach Georgien. Ich lebe seitdem in Tbilisi. Mit diesem Schritt brach der Kontakt zu Meir mehr oder weniger schlagartig ab.

Erst durch Facebook entstand ab 2008 oder 2009 wieder eine lose Verbindung, wahrscheinlich erneut über Holger John. Ein- oder zweimal im Jahr schrieben wir uns oder telefonierten per Video. Um 2014 sagte Meir, er würde mich gern in Georgien besuchen, könne Israel aber nicht verlassen, weil man ihm den Reisepass weggenommen habe.

Meir machte später noch einige Skandale, die in der Presse ihren Niederschlag fanden. Ich möchte sie hier nicht ausführlich erzählen. Für mich bleibt er vor allem die Figur, die 1989/90 in Dresden auftauchte: der Geschäftsmann, der Mäzen, der Abenteurer, der Hofhalter am Frühstückstisch, der Mann, der sich selbst ständig neu erfand — und der in einem entscheidenden Moment meines Lebens einen Deal mit mir machte, der mir den Weg nach Amsterdam öffnete.

Später fand ich auf Facebook einen Hinweis aus seinem Umfeld, dass Meir Mendelssohn am 18. April 2017 gestorben und in Galiläa begraben worden sei.

Das wiedergefundene Bild

Und nun taucht dieses Bild auf einer Auktion in Deutschland wieder auf.

Nicht in meinem Atelier, nicht in einer Erinnerung, nicht auf einem alten Foto, sondern auf dem Handy eines jungen georgischen Kurators in Tbilisi. Tsotne Tserava hatte es entdeckt, weil er offenbar internationale Auktionen nach Begriffen wie „Georgia“ und „Tbilisi“ beobachtet. Das Auktionshaus hatte mich korrekt als deutschen Künstler, geboren in Berlin und in Tbilisi lebend, beschrieben. Jemand hatte also recherchiert. Nur der Titel und das Jahr waren falsch gelesen worden.

Aus „Meir“ wurde „MÜR“.
Aus 1990 wurde 1980.

Aber das Bild selbst war da. Frisch, direkt, stärker, als ich es in Erinnerung hatte. Die spezifische Farbigkeit, der Ausdruck, diese schmale, stehende Figur — plötzlich war alles wieder gegenwärtig.

Es war, als hätte jemand eine Tür geöffnet, die seit Jahrzehnten geschlossen war.

Nicht nur Meir tauchte wieder auf. Auch der junge Mann, der ich 1990 in Dresden war, stand plötzlich wieder im Raum: fünfundzwanzig Jahre alt, mit einem fast abgeschlossenen DDR-Lehrerstudium, 190 D-Mark Stipendium, einem Studienplatz in Amsterdam und dem dringenden Wunsch, die eigene Freiheit selbst zu finanzieren.

Das Bild erinnert mich daran, dass Kunst manchmal aus sehr konkreten Notlagen entsteht. Aus Geldmangel. Aus Mut. Aus einem Gespräch auf einer Caféterrasse. Aus einem Deal, der halb naiv und halb lebensentscheidend ist.

Es erinnert mich auch daran, dass Bilder Wege gehen, die man nicht kontrollieren kann. Sie verschwinden in Wohnungen, Sammlungen, Erbschaften, Kellern, Rahmen, Auktionen. Sie werden falsch gelesen, falsch datiert, falsch betitelt. Und manchmal kehren sie nach Jahrzehnten zurück — nicht als Besitz, sondern als Erinnerung.

Meir ist für mich heute ein Porträt, aber auch eine Zeitkapsel. Es zeigt einen Mann, der selbst eine Schwelle verkörperte: zwischen Ost und West, Geschäft und Kunst, Großzügigkeit und Berechnung, Salon und Zirkus, Realität und Selbstinszenierung.

Und es zeigt, ohne dass man es dem Bild sofort ansehen muss, auch meinen eigenen Übergang: von Dresden nach Amsterdam, von der geplanten Berufskarriere in die freie Kunst, vom Osten in den Westen — und später weiter nach Georgien.

Vielleicht ist es das einzige gemalte Porträt von Meir Mendelssohn.

Sicher ist:

Für mich ist es eines der Bilder, an denen ein ganzes Leben hängt.

Und nun geht dieses Bild erneut seinen eigenen Weg: Meir wird am 12. Juni 2026 bei Hargesheimer über Drouot mit einem Startpreis von 120,00 EUR versteigert.

Nach meinem Hinweis an das Auktionshaus wurde die Katalogangabe inzwischen korrigiert: Aus „MÜR“ wurde wieder Meir (Mendelssohn), aus 1980 wurde 1990.

Zur Auktion auf Drouot